Raumakustische Gestaltung von Innenräumen

- Allgemeine Informationen zum Thema Raumakustik und zu unseren Dienstleistungen -

 

Wahrnehmung: mit allen Sinnen

Betreten wir einen Raum, treffen wir unbewusst sehr schnell eine Entscheidung: ist es dort angenehm oder unbehaglich. Unsere Sinne reagieren äußerst sensibel und treffen diesen Entschluss in nur wenigen Sekunden. Wovon hängt diese Entscheidung ab?


Visuelle Gestaltung

Die visuelle Gestaltung von Innenräumen entscheidet primär, ob wir uns in einer Umgebung wohl fühlen. Damit diese Bedürfnisse gestillt werden, wird viel getan: Architekten und Innenarchitekten widmen ihre Arbeit dem Zusammenspiel von Raumaufteilung, Lichtverhältnissen, Farben und Einrichtungsgegenständen. Damit sich diese Arbeit auch lohnt und Ihre Wirkung voll entfalten kann, sollten Sie einen weiteren wesentlichen Einfluss der menschlichen Wahrnehmung berücksichtigen: das Gehör.


Raumakustische Gestaltung

Ob wir einen Raum als angenehm empfinden, hängt auch von der akustischen Wahrnehmung ab. Bei der Entstehung, Modernisierung und dem Umbau von Räumen muss daher nicht nur der visuellen, sondern ebenso der akustischen Gestaltung ein wichtiger Platz eingeräumt werden.


Raumakustische Planung

Die raumakustischen Eigenschaften eines Raumes lassen sich ebenso gut planen und berechnen wie die visuellen. Mit Hilfe von Berechnungen und akustischen Simulationen, die mit modernen Softwareanwendungen durchgeführt werden, lassen sich alle benötigten Parameter bestimmen und vorhersagen. Es ist sogar möglich geworden, die Akustik eines Raumes durch diese Simulationen im Vorwege hörbar zu machen. Bei bereits vorhandenen Räumen kann man mit speziellen Messungen die akustischen Eigenschaften eines Raumes feststellen und mit den gewonnenen Messergebnissen Planungen zur akustischen Optimierung und Nachbesserung anstellen.


Akustische Anforderungen

Wohnräume, Arbeitsräume, Räume zur industriellen Nutzung oder öffentliche Bereiche unterliegen besonderen Auflagen und Anforderungen. Welche genau bei welchem Nutzungszweck erfüllt werden sollen, ist klar definiert. Da sich die Wissenschaft der Akustik sehr intensiv mit dem Fachgebiet der Raumakustik beschäftigt, können wir auf ein umfangreiches Regelwerk von DIN Normen zurückgreifen, in denen Richtwerte, Anforderungen und Verfahren in Bezug auf die Messung, Berechnung, Planung und Gestaltung der Raumakustik festgelegt sind.


In der DIN 18041 beispielsweise werden die Richtlinien der akustischen Anforderungen in Gruppen kategorisiert:


Räume der Gruppe A

(Hörsamkeit auf mittlere und größere Entfernung)

  • Konferenzräume

  • Gerichts- ,Rats- und Festsäle

  • Unterrichtsräume

  • Seminarräume

  • Hörsäle

  • Tagungsräume

  • Interaktionsräume

  • Gruppenräume in Kindergärten und Kindertagesstätten

  • Seniorentagesstätten

  • Gemeindesäle

  • Sport- und Schwimmhallen


Gruppe B

(Hörsamkeit über geringe Entfernung)

  • Verkaufsräume

  • Gaststätten

  • Publikumsbereiche für den ÖPV

  • Fahrkarten -und Bankschalter, Call-Center

  • Sprechzimmer in Anwalts -und Arztpraxen

  • Operationssäle, Behandlungs- und Rehabilitationsräume, Krankenzimmer

  • Öffentlichkeitsbereiche

  • Publikumsverkaufsflächen

  • Lesesäle, Leihstellen in Bibliotheken, Ausleihbibliotheken

  • Treppenhäuser, Foyers, Ausstellungsräume mit starkem Personenverkehr

 


 

Eine kleine Einführung in die Welt der Raumakustik

 

Um die bestmögliche Akustik eines Raumes zu ermöglichen, ist es wichtig, sich die Erkenntnisse der raumakustischen Planung zunutze zu machen. Betrachtet man die Ausbreitung des Schalls ausgehend von einer Schallquelle wie der menschlichen Stimme, ist beispielsweise folgendes zu beobachten:

Befinden wir uns unter freiem Himmel, gelangt der Schall überwiegend auf direktem Weg an unser Gegenüber, dem wir eine sprachliche Information übermitteln wollen. Lediglich der Boden, auf dem wir stehen, sorgt dafür, dass der Schall reflektiert wird. Auf einem harten Untergrund wie einer Straße wird der Schall stärker reflektiert, als von einem weichen Untergrund wie Sand.

 


Schall im Raum

In Räumen trifft nicht nur direkter Schall von den Sprechenden bei den Zuhörenden ein: zusätzlich wird das Sprachsignal an Boden, Wänden und Decke viele Male reflektiert und erreicht erst zeitlich verzögert das Ohr. Je härter die Raumbegrenzungsflächen dabei sind, desto stärker wird der Schall reflektiert, oder anders gesagt: je härter ein Material ist, desto weniger Energie geht dem auftreffenden Schall bei der Reflexion verloren. Aus den anfänglichen Reflexionen (Frühreflexionen) entsteht durch wiederholte Reflexionen ein Nachklang (Nachhall). Erstaunlich ist, dass wir trotz dieser vielfach verzögerten und überlagerten Signale Sprache verstehen. Die eher gering verzögerten Signale werden zu unserem Vorteil nutzbringend überlagert. Wenn die Signale zu stark verzögert sind, führt dies zu einer verminderten Sprachverständlichkeit.

 


 

Laute Räume – ein Massenphänomen

Starke Reflexionen und lange Nachhallzeiten sind besonders problematisch in Räumen, in denen viele Menschen gleichzeitig miteinander kommunizieren. Weil die entstehenden Geräusche die Sprachverständlichkeit mindern, schaukeln die in dem Raum Kommunizierenden die Sprachlautstärke gegenseitig auf. Es entsteht ein Kreislauf, der in den meisten Fällen zu einem hohen Lärmpegel führt und eine normale Unterhaltung unmöglich macht. Konzentrationsstörungen, Stress und gesundheitliche Schäden sind häufig die Folge. Kindergärten, Restaurants, Büroräume, öffentliche Einrichtungen etc. sind besonders häufig von diesen negativen Auswirkungen betroffen, wenn akustische Anforderungen nicht ausreichend genug beachtet werden.

 

 

Arbeit nach anerkannten Standards

Je nach Nutzungsart eines Raumes müssen bei der Planung Reflexionen und Nachhallzeit richtig kalkuliert sein. Die Anforderungen richten sich nach der Nutzungsart sowie der Raumgröße und der Geometrie. Die DIN 18041 geht unter anderem bei der Berechnung und Planung auf folgende Parameter ein:

  • Geometrische Gestaltung der Räume

  • Maximales Maß an Störgeräuschen

  • Ermittlung der optimalen Nachhallzeit

  • Schall-Lenkung

  • Ermittlung benötigter schallabsorbierender Flächen

  • Besondere Maßnahmen zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit bei Schwerhörigkeit

  • Direktschallverstärkung durch elektroakustische Anlagen

 

 

Hörbare Probleme, handfeste Lösungen

Maßnahmen zur raumakustischen Optimierung reichen von der kompletten Planung der Raumgeometrie z.B. bei Philharmonien und Musikstudios bis hin zur weitaus einfacheren Anbringung von Schallabsorbern und Akustikdecken. Kleine bis mittelgroße Räume lassen sich sehr gut mit folgenden Materialien und Bauteilen optimieren:

  • Poröse Absorber – Verminderung von Schallreflexionen an Raumbegrenzungsflächen durch Umwandlung von Schallenergie in Wärme z.B. spezielle Akustikschaumstoffe oder Akustikdeckensysteme

  • Plattenschwinger – Verminderung von Schallreflexionen und Raumresonanzen durch Umwandlung von Schallenergie in Bewegungsenergie

  • Helmholzresonatoren

  • Diffusoren: Verminderung von starken Reflexionen und Flatterechos durch Schallstreuung

 

 

Jeder Raum kann in neuem Design erklingen

Seit den Zeiten, in denen lieblose Akustikdecken der 80er und 90er Jahre die Innenräume schmückten, sind die Anforderungen an die visuelle und akustische Gestaltung gestiegen, sodass heute niemand mehr mit derartigen Lösungen leben muss.


Raumakustik im Einklang mit visueller Gestaltung

Neue Baustile und Trends, die durch einheitliche, glatte Wandmaterialien, Stahl, Beton und Glas bestechen, haben sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt. Vielerorts wurden die alten Decken entfernt und durch glatte und schallharte Konstruktionen ersetzt, ohne Rücksicht auf die daraus resultierenden akustischen Folgen zu nehmen. Auch bei neuen Gebäuden wurde oftmals wenig Gewichtung auf eine optimale Raumakustik gegeben. Wird bei der Raumplanung die akustische Gestaltung vernachlässigt, sind Nachbesserungen immer wieder von Nöten um die Folgen derartiger Fehlplanungen zu beheben. Diese sind meist mit wesentlich höheren Kosten verbunden, als eine raumakustische Gestaltung, die bereits in der Planungsphase einbezogen wird.


Ansehnliche Lösungen für hörbaren Erfolg

Hersteller von Raumakustikelementen haben diesen Trend sehr wohl erkannt. Es gibt eine Vielzahl von neuen extrem leistungsfähigen Produkten, Bauteilen und Materialien, die nicht nur gute Messwerte aufzeigen, sondern auch ansprechendes und kreatives Design bieten. Heute lassen sich diese Materialien sehr gut bei der Planung der Innenarchitektur einbringen.

 

Unsere Dienstleistungen 

Wir haben uns auf dem Gebiet der Raumakustik spezialisiert. Bei der akustischen Beratung, Planung und dem Verkauf von Akustikelementen und Akustikmaterialien arbeiten wir mit Produkten unterschiedlicher Hersteller, sowie eigenen Entwicklungen. Dadurch bieten wir Ihnen eine unabhängige Beratung und eine größtmögliche Auswahl an passenden Produkten.

Unser Kundenstamm reicht vom Privathaushalt über die Industrie bis hin zum Architekturbüro.


Leistungsübersicht:

  • Messungen der Nachhallzeit von Räumen nach DIN 3382
  • Messungen der Sprachverständlichkeit (RASTI, STIPA)
  • Berechnung und Planung von Raumakustik optimierenden Maßnahmen nach DIN 18041
  • Raumakustische Simulationen und Auralisationen
  • Bauliche Ausführungen und Montagen von raumakustischen Ausbauten
  • Planungen und bauliche Ausführungen für Räume mit besonderen akustischen Anforderungen, wie Ton- und HiFi-Studios, Konferenzräume, Schnittplätze, Rundfunkhäuser
  • Beratung zu Akustikmaterialien
  • Verkauf von Akustikmaterialien und Akustikelementen


Wir legen einen hohen Wert auf Qualität. Alle von uns verwendeten Messinstrumente sind auf dem neuesten technischen Stand und entsprechen den derzeit gültigen DIN Normen.


Alle Bauteile und Materialien, die wir verarbeiten, werden ebenfalls nach den gültigen DIN Normen gemessen und geprüft.